Strukturell Soziale Integration (SSI)

(Dr. med. Irmgard Federer)

Was ist SSI ?

  • SSI ist eine Selbststeuerungsmethode
  • SSI ist eine Führungsmethode, die Fachwissen und Instinkt verbindet.

Für wen ist SSI ?

  • Menschen, die der Intelligenz des Organismus als Supervisor für situationsangepasstes Denken und Handeln vertrauen.
  • Für Menschen, die die Verbundenheit oder Resonanz mit dem sozialen Umfeld bewusst wahrnehmen und steuern wollen.

Wie kann ich SSI lernen ?

Es ist eine autodidaktische Methode. Jeder kann selber sein Denken verändern und dabei die feinen körperlichen Veränderungen wahrnehmen Übung macht den Meister!

Es gibt keine Diplome. Das Leben ist die Prüfung

Workshopangebote und Vorträge auf Anfrage

 

Wie ist SSI entstanden?

Die Wurzeln dieser Methode finden sich in der Beziehung zwischen Mutter und Kind, welche am Anfang der Entwicklung aller Menschen steht und für deren zukünftigen Lebensweg von prägender Bedeutung ist. Die Mutter muss die nonverbalen Signale interpretieren. Versteht sie diese Zeichensprache nicht, leidet das Kind und die Mutter.

Diese Kommunikation funktioniert auch ohne direkten Kontakt: Viele Eltern haben erfahren, wie sie auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden sind und auf grosse Distanz spüren, ob ihr Kind in Gefahr ist oder ob es ihm gut geht.

Durch die Geburt von Simon, der mit einem Down-Syndrom geboren wurde, waren zunächst Freude und Kraft und die tiefe innere Bindung, die nötig sind, um für ein Kind zu sorgen, wie gelähmt. Mein schulmedizinisches Wissen sagte mir, dass im Falle eines Down-Syndroms nichts zu machen ist. Auch die gutgemeinten Ideen, diese Kinder könnten sehr gut gefördert werden, lassen mich bis heute kalt. Als Simon vier Wochen alt war, tauchte in mir der neue und überwältigende Gedanke auf, dass er vollkommen «richtig» sei, so wie er ist. Mit diesem Gedanken veränderte sich mein Körpergefühl – ich war voller Kraft und Freude. Mir wurde bewusst, dass diese neue Sicht nicht nur für mich, sondern auch für die Entwicklung meines Sohnes sinnvoll ist und mehr Freude in unserer Familie zulässt. Mit meiner gesamten Intuition und all meinem medizinischen Wissen versuchte ich zu spüren, was er braucht. Damit Simon nicht in Apathie versank, war es nötig, unendliche Male auf verschiedenste Weise die Beziehung zu ihm zu nähren. Sein Lächeln und seine leuchtenden Augen waren mir Wegweiser.

Mit der Zeit lernte ich, dass das Repertoire seiner Signale sich nicht auf Schreien und Lächeln beschränkt. Ein Abnehmen der Wachheit, eine Anspannung der Kiefermuskeln und eine Erschlaffung der Rückenmuskulatur waren untrügliche Zeichen von Stress. Die im Kinderalltag bekannten Rituale wie Füttern, Spielen, Streicheln usw. reichten nicht aus, Simons Stresssignale zum Verschwinden zu bringen. Um mich in der grenzenlosen Weite der Möglichkeiten nicht zu verlieren, beobachtete ich sehr genau und sachlich mein eigenes Körpergefühl. Ich entschied mich jeweils für die Handlung oder Denkweise, welche in mir zu einem «zentrierten» Körpergefühl führte. Spannend war, dass damit die Stresssymptome bei Simon verschwanden. Umgekehrt erwiesen sich auch meine eigenen körperlichen Veränderungen wie zum Beispiel ein Engegefühl in der Brust, eine gebeugte Haltung, ein dumpfer Kopf oder kribbelige Beine als nonverbale Signale. Sie zeigten mir, dass die Entwicklungsspirale oder die Bindung zwischen Simon und uns ins Stocken geraten war und eine neue Handlung oder Sicht ins Bewusstsein drängte.

Ich danke Simon für seine klaren, nonverbalen Signale. Indem ich seine Körperveränderungen als eine seiner Ausdrucksmöglichkeiten ernst nahm und zu verstehen lernte, fand ich den Weg zu den nonverbalen Informationen meines Körpers, welche untrügliche Wegweiser für meinen eigenen Entwicklungsweg sind.

Ich hoffe, die Methode SSI hilft Menschen ihre Autonomie und Verbundenheit in ihrem Umfeld zu finden.